Du brauchst doch garkein SEO
Nun möche ich in diesem Blog mal eine Grundsatzdiskussion anfangen. Eine Diskussion, wo es auf den ersten Blick nur zwei Positionen gibt, Positionen die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die SEOs und die SEO-Hasser.
Ich möchte in meinem Artikel einfach mal gnaz kurz und prägnant (ich bin nämlich schon müde und die To – Do-Liste ist noch lang) 3 Hauptargumente der Anti-SEOs aufführen und sie kommentieren. Eine Diskussion ist dann über die Comments möglich.
1. Du brauchst keinen Linkaufbau!
Die Idee, die dahinter steckt ist wohl jedem klar. Wenn du guten Content hast (und Content ist ja sowieso King) verlinken themenrelevante Seiten freiwillig auf dich und genau das sind ja die Premiumlinks die du abgreifen willst. Themenrelevant, uniquer Content, freiwillig usw…
So nun kommt aber die Falle dabei:
Das deutsche Web ist sehr Linkgeizig. Vielleicht haben manche Leute Angst davor, dass man sie abmahnt, wenn sie andere verlinken ?? Ja, ich habe wirklich schon anfragen gekriegt wo mich jemand gefragt hat ob er einen Link zu meiner Seite setzen darf. Außerhalb der Bloggospähre wird nur sehr wenig untereinander verlinkt. Teilweise einfach aus Faulheit, teilweise aber auch aus Angst vor der Konkurrenz. Viele wirschaftlichorrientierte Seiten (egal ob da mal ein SEO mitgedacht hat oder nicht) und auch Onlinemagazine sind sehr sparsam mit Links. Vielleicht steckt ja der Gedanke dahinter “Ich verlinke nicht auf die Konkurrenz und für mich sind alle Konkurrenten die sich mit dem selben Zeug beschäftigen wie ich”. Wer SEO betreibt, der sollte zwangsläufig darüber nachdenken seine Konkurrenten als potenzielle Partner zu betrachten, denn nur der “direkte Konkurrent” hat den passenden Content und würde die besten Links liefern.
Natürlich muss man auch dazu sagen, dass in der Bloggosphäre oftmals freiwillig gelinkt wird, alledings macht die – leider (?) – noch nicht das ganze Web aus.
2. Optimier lieber für Leser anstatt für Suchmaschinen!
Wie oft habe ich diesen Satz schon in Foren o.ä. gelesen? “Ich optimiere nicht für Google sondern für meine Besucher“. Wer so etwas von sich gibt hat entweder nicht verstanden worum es geht oder lebt noch ein paar Jahre in der Vergangenheit.
Zunächst einmal: Wenn ich Text für Suchmaschinen optimiere, dann heißt das nicht zwingend dass ich spammen muss. Ich denke diese Zeiten sind für die meisten erstmal vorbei. Natürlich gibt es immernoch einige Projekte die in die Richtung Black gehen und wo man mit Spamming noch gutes Geld machen kann. Aber um die geht es jetzt zentral erstmal nicht. Wir reden gerade erstmal von der Grundidee von SEO.
Dann würde ich meine Texte natürlich für die Leser optimieren. Niemand will zugespammten Content lesen wo jedes 2 Wort mein Key ist oder sonst was. Aber ich kann doch auch – nein ich muss sogar – meinen Content userfreundlich schreiben. Und es ist voll und ganz im Sinne von SEO, denn denken wir mal an Punkt 1: Ziel ist es Links zu generieren am besten wenn diese Links freiwillig gesetzt wurden! Wenn ich tollen Content habe, bei dem ich – natürlich auch auf SEO achte – (z.B. indem ich in meine H1 ein relevantes Key packe anstatt eines weniger relevanten Synonyms) kann ich bestimmt auch den ein oder anderen Link absahnen. Content bei dem ich an SEO denke und userfreundlicher Content schließen sich nicht zwingend aus.
3. Du brauchst garkeine Landingpages, du brauchst einfach nur guten Content
Super Tipp auf jeden Fall
wenn ich allerdings eine Page habe mit wahnsinnig viel Content, der sich aus News, Leserbriefen, Artikeln, Kommentaren etc. zusammensetzt, dann kann es schnell für jemanden der mich ganz zufällig über Google findet problematisch werden. Wenn ich mir darüber keine Gedanken mache, verliert sich der Internetnutzer vielleicht in den unendlichen weiten meiner Webseite. Er gibt einen Suchbegriff bei Google ein, wo er z.B. nach Karten für das Musical König der Löwen sucht und auf Platz 1 kommt vllt. meine Webseite raus. Allerdings kommt dort nur ein guter Showbericht über einen Besuch bei König der Löwen raus und nichts von Karten… soll ich dem User dann zumuten, dass er sich erst noch einige Minuten durch die Page klickt um irgendwann einen Werbebanner zu finden wo er Karten kaufen kann? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er meine Page nicht nach 30 Sekunden verlassen hat und bei Google das zweite Ergebnis angeklickt hat?
Dem kann ich nur entgegenwirken indem ich meine Landingpage userfreundlich optimiere. Ich gucke also wonach gesucht wird und was dann raus kommt. Und das optimiere ich dahingehend, so dass der User konkret das findet was er sucht. Sollte auf Platz 1 immernoch dieser eine Artikel erscheinen, dann muss ich den Werbebanner eben in diesen Artikel packen oder ähnliches… ich muss das an dieser Stelle ja nicht weiter ausführen. Ich denke es ist jedem klar geworden, dass eine SEO-orientiere Analyse udn Optimierung meiner Landingpages letztendlich dem Nutzer zu Gute kommt.
Ich bin Chaim Dönnewald und komme aus Dortmund. Ich beschäftige mich viel mit SEO, Ajax und PHP.




Es hängt immer davon ab, in welchem Bereich eine Website spielt. Eine statische KMU-Firmenwebsite wird niemals freiwillig verlinkt, auch wenn der Content noch so gut ist. Wenn man am Agebonus etc. vorbei will, geht es ohne Linkbuilding i.d.R. nicht. Im Web2.0. läuft es eher über Linkbait-Events, die Feedverbreitung etc. – also sehr differenziert zu betrachten das Ganze. Das Märchen vom guten Content (ich kann es kaum noch hören) funktioniert in Deutschland definitiv nicht bzw. nur in einem kleinen Kreis der Blogosphere. Grundsätzlich muss der Webmaster irgendwie aktiv werden um an Links zu kommen und eine gewisse Popoularität zu erreichen – so oder so!
Matthias schrieb am Mittwoch, 29.10.08 um 08:23 Uhr
…Stichwort “Marketing-Mix”. Darauf kommt es an. Um eine Website effektiv nach vorn zu bringen, muss man auf viele Pferde setzen. Allerdings darf man sich verspekulieren. Das “Risiko” muss gestreut werden und im Zweifel sollte man eher Wert auf den “Long Tail” als auf schnelle Erfolge legen. Eine Sache, die beim Thema Popularität einer Website (denn das ist ja das Ziel jeglichen Linkaufbaus) immer wieder zu kurz kommt, ist die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Und um in diesem Bereich was zu reißen, braucht man nun mal eben guten Content. Auch wenn es manchen auf die Nerven geht…
tameco schrieb am Mittwoch, 29.10.08 um 09:51 Uhr